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09. November 2009

Salma Malik © Salma Malik

Salma Malik, Dozentin am Department of Defence & Strategic Studies an der Quaid-i-Azam Universität in Islamabad.

Female Voices from Pakistan

Ein Aufruf der SAVE Aktivistinnen aus Islamabad

Frauen sind die ersten Opfer eines jeden Konflikts, egal ob innerstaatlich oder international. Dennoch sind Frauen von innerstaatlichen Konflikten in höherem Ausmaß betroffen, weil sie die direkten und indirekten Konsequenzen zu tragen haben. Frauen werden unterdrückt, sie müssen ihr zu Hause verlassen und als Flüchtlinge oder Vertriebene leben. Sie werden zu Prostitution gezwungen, als Kindersoldatinnen missbraucht, werden Witwen und verlieren oftmals ihr ganzes Hab und Gut.

Pakistan versprach seiner marginalisierten Bevölkerung Identität und die Möglichkeit, ein sinnvolles Leben ihrer Wahl zu führen. Die pakistanische Regierung baute auf die Prinzipien des Islam auf; Prinzipien, die keine Diskriminierung zulassen, weder aufgrund der Hautfarbe, der Kaste, des Glaubens oder der Religion. Sie versprachen Mäßigung und Toleranz in allen Belangen.
Heute durchlebt Pakistan leider eine Welle der Gewalt, gezeichnet von extremistischer Religiosität, verübt von verschiedensten Agenten, staatlich und nicht staatlich.

Den Freund vom Feind zu unterscheiden ist in diesem undefinierten Krieg sehr schwierig und hat bereits viele wertvolle Leben gekostet. Durch den Krieg sind viele Frauen verwitwet, viele Kinder zu Waisen geworden, vielen Menschen wurde die Existenz genommen, ihre Häuser, ihre Bildung, ihre Schuldlosigkeit. Aber die Menschen hier und in der Ferne verurteilen diese barbarischen Angriffe des Beschusses, Terrors und der Gewalt.
Das namenlose Mädchen aus dem Swat Tal, dessen Auspeitschung durch selbsternannte religiöse Ideologen zu einem Symbol des Widerstands und des Kampfes geworden ist, der das wunderschöne Tal aus den Klauen der Extremisten befreit hat, hat dazu geführt, dass die ganze Nation hinter unseren Soldaten steht, die dafür kämpfen, dass das Land von der extremistischen Besatzung befreit wird. Das ist kein leichter Kampf, aber wir bleiben entschlossen.

Der Preis, den wir bezahlen müssen, ist sehr hoch: Kinder haben Angst, als Geiseln genommen zu werden und können nicht zur Schule gehen. Selbstmordattentäter auf Märkten (so wie in Peschawar) nehmen Hunderten das Leben und erfüllen die Menschen mit Angst. Am schlimmsten war, dass viele der Opfer Frauen waren, die meisten von ihnen waren verschleiert. Viele Familien haben ihren Ernährer verloren, ihre Kinder wurden zu Waisen. Andere überlebten, aber sind ihr Leben lang entstellt und gehandicapt. Wieder andere mussten ihre Häuser verlassen und leben nun in Flüchtlingslagern, wo sie den extremen Wetterbedingungen ausgesetzt sind und nicht wissen, ob sie je wieder in ihre Häuser zurückkönnen.

Täglich beklagt eine Mutter in Pakistan den Tod eines Sohnes, Bruders, Ehemannes – als Opfer eines Selbstmordattentäters oder gefallen im Kampf gegen extremistische Elemente. Das bedeutet, dass nicht nur eine, sondern viele Generationen an den physischen und psychischen Folgeschäden dieser sinnlosen Terrorwelle leiden werden.

Als pakistanische Frauen, quer durch alle sozialen Schichten, verurteilen wir diesen barbarischen und sinnlosen Krieg nicht nur, wir sind auch entschlossen, diese Bedrohung mit allen möglichen Mitteln niederzuschlagen. Wir tun das in unserer Pflicht als Vorbilder für die zukünftigen Generationen.

Dieser Text wurde von unsere SAVE Pakistan Gruppe verfasst.

 
 

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