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10. Jšnner 2009

Robi Damelin Vienna © Xenia Hausner

Robi Damelin aus Tel Aviv

Robi Damelin vom Parents Cirlcle in Israel zum Krieg im Gazastreifen, 10. Jšnner 2009

Robi Damelin war bei der SAVE Konferenz in Wien im November 08

Ihr Lieben,

ich bin heute morgen aufgewacht und fühlte mich so einsam, traurig und enttäuscht; ich dachte, die Konferenz in Wien wäre ein Durchbruch gewesen.
Seit dem Tod von David (ihrem Sohn, Anm.), aber auch schon zuvor, habe ich mein ganzes Leben damit zugebracht, die menschliche Seite „des anderen“ zu finden und Versöhnung und Gewaltfreiheit als Lösung für Konflikte zu propagieren. […]

Am Dienstagnachmittag ging ich zu einem Treffen mit unseren palästinensischen PartnerInnen. Derzeit gibt es nur einen einzigen Ort, an dem wir uns treffen können, in der Nähe von Jerusalem. Tags darauf gab es an genau diesem Ort einen Bombenanschlag.
Wir alle in unserer Gruppe wissen, dass wir, egal was passiert, unsere Menschlichkeit nicht aufgeben dürfen, wir müssen mit unserer Arbeit weitermachen und diese schreckliche Situation darf uns nicht daran hindern und soll nicht infrage stellen, wer wir sind.

Wie sehr wünsche ich mir, dass ich all mein Leben in der Sicherheit irgendeines neutralen Landes gelebt hätte, nicht mit dem Horror, der in Gaza und in den umliegenden Städten und in Kibbutzim passiert, konfrontiert wäre. Wie schön wäre es, niemals auf die Probe gestellt worden zu sein, nachts nicht im Bett zu liegen und beleidigende Statements an Führungspersönlichkeiten zu schreiben und sich dabei auch noch gut zu fühlen.
Wie dem auch sei, ich lebe nicht in diesem Luxus, ich wache morgens auf und mir schlägt die hoffnungslose Realität entgegen, Menschen, die glauben, Gewalt wäre die einzige Lösung.

Ich richte mich an diejenigen, die unsere tägliche Realität verändern können, die verstehen, dass keine der beiden Seiten einfach verschwinden wird, an die, die überzeugt davon sind, dass Verhandlungen zu Frieden führen, dass wir einen freien und unabhängigen Staat für die PalästinenserInnen aufbauen können, nicht nur einen Waffenstillstand, der nur die nächste Welle der Gewalt hinauszögert.
An die, die sich um beide Seiten kümmern und an die, die nur für eine Seite sind: Ich flehe euch an, alle Seiten dazu zu zwingen, auch die Hamas, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und einen Weg zu finden, wie wir in Sicherheit leben können.

In Liebe,
Robi

 
 

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