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22. Dezember 2007

Archana Kapoor, ©Xenia Hausner

Archana Kapoor, Herausgeberin von Hardnews, einem politischen Magazin in Neu Delhi/Indien.

Archana Kapoor, SAVE Pionierin und Frauen ohne Grenzen Indien Repräsentantin zu den jüngsten Terroranschlägen in Mumbai

Als Jugendliche sagten die Erwachsenen immer zu uns: Ihr seid die Zukunft, wir bauen auf die junge Generation.

Aber wenn ich mich heute so umschaue, dann frage ich mich, von welchem Morgen wir heute reden. Ein Morgen voller Blut, Tod und Angst. Eine Zukunft, in der Rationalität und Logik keine Rolle mehr spielen? Ein Morgen, das die Welt teilt? Wo die Menschen ihre Freiheiten dazu nutzen, um global agierende Terrornetzwerke zu gründen, anstatt über Frieden und Zusammenleben zu reden?
Als ich mich am 26. November von Delhi auf den Weg nach Wien machte, war ich der Meinung, einen sicheren Ort verlassen zu haben. Aber innerhalb von 24 Stunden wurde dieser sichere Ort, mein zu Hause, zum Ziel einer Terrorattacke. Das Land stürzte in Chaos. 183 Menschen wurden getötet, mehr als 300 verletzt, auch Frauen und Kinder. Die Medien berichteten hysterisch über die Anschläge in Mumbai. Alle hatten irgendwie ihren Sinn für Ausgeglichenheit und Rationalität verloren. Unsere Regierung schaute schweigend zu und wählte den einfachen Weg, „die anderen“ dafür verantwortlich zu machen.
Aber mit dem Finger auf andere zu zeigen, schürt noch mehr Hass.

In den Gesprächen mit Frauen aus aller Welt, die ich bei der SAVE Konferenz Ende November in Wien getroffen habe, wurde mir bewusst, dass wir alle im selben Zug sitzen. Unser Zug, der entweder den Weg in Richtung Frieden wählt, oder die Route in den dunklen Tunnel von Gewalt und Terror nimmt.

Ich bin selbst Journalistin, die Macht der Worte ist mir bewusst. Und im Rahmen der Konferenz habe ich erlebt, wie viel sich ändern kann, wenn man dort ein Wort hinzufügt, hier eines weglässt, wer sich durch Worte ein- und wer sich ausgeschlossen fühlt.

Für mich hätte dich Konferenz zu keinem anderen Zeitpunkt stattfinden können. Sie gab mir die Möglichkeit, so viel zu lernen – zu verstehen, wie man mit gewaltsamen Situationen umgeht, sich gegenseitig Kraft zu geben.
Auch wenn ich nicht die Trauer und Wut derer teilen konnte, die direkt von den Anschlägen in Mumbai betroffen waren, so konnte ich den Schmerz so vieler Frauen aus aller Welt kennen lernen, die Ähnliches erlebt hatten.

Ich glaube an die Idee von SAVE und ich glaube, SAVE ist für uns alle eine einzigartige Möglichkeit, einen Schritt nach vorne zu machen.

 
 

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